Jede Schwangere hat wahrscheinlich schon von tausend Seiten gehört, wie gut Sport bei einer Schwangerschaft ist. Warum sich das Aufraffen dazu meiner Meinung nach lohnt, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Ich bin ja nicht überdurchschnittlich sportlich. Yoga ist tatsächlich eine der wenigen Sportarten, die mir Spaß machen und wo ich mich regelmäßig zu motivieren kann. Das ist mal einfacher und ich freue mich dann schon auf die nächste Yogarunde, mal muss ich mich überwinden und selber überreden. Vor der Schwangerschaft hatte ich zudem mit Bouldern angefangen und dann mit Klettern, leider sind das beides Sportarten, die man in der Schwangerschaft nicht machen sollte, weshalb das wegfiel.

Seit etwa einem dreiviertel Jahr bin ich wieder regelmäßig in meine Yogapraxis eingestiegen. Das wollte ich in der Schwangerschaft natürlich nicht abbrechen, da es mir bei meinen Rückenproblemen wirklich geholfen hat und mir klar war, dass mein Rücken bald auch einfach noch mehr zu schleppen haben würde. Das erste Trimester hat mich dann aber komplett aus der Bahn geworfen und an alles, was über liegen hinaus ging, war eh nicht zu denken.
Nach der 12. Woche verschwand dann die Übelkeit und das Erbrechen. Ich hatte in der Zeit ziemlich abgenommen und als ich mich dann wieder fit genug für die Matte fühlte, musste ich feststellen, dass ich quasi null Kraft hatte. Atemübungen brachten mich außer Atem. Ernsthaft. Mir wurde leider schnell klar, dass ich wieder von vorne anfangen musste. Allerdings wird ohnehin oft empfohlen, mit dem Yoga erst nach der 12. Woche anzufangen und während des ersten Trimesters sich zurück zu nehmen, da der Körper noch mit der Stabilisierung der Schwangerschaft beschäftigt ist. Am Anfang habe ich Yogavideos für Schwangere bei Youtube geschaut. Bei einigen wurde wirklich viel mit Hilfsmitteln gearbeitet, z.B. kann man halb auf einem Stuhl sitzen, statt sich selber zu halten. Um wieder rein zu kommen war das für mich die optimale Lösung.

 

17. Schwangerschaftswoche

Relativ bald hatte ich wieder mehr Energie und auch Kraft, um die Übungen wie gewohnt zu machen. Ich würde aber trotzdem immer empfehlen nach Videos für Schwangere zu schauen, da einige Asanas in der Schwangerschaft einfach nicht geeignet sind. Als ich wieder einigermaßen auf der Höhe war, beschloss ich einen 5-wöchigen Kurs zu besuchen und landete so in der 21. Woche in einer Yogaschule. Das kann ich übrigens jeder Schwangeren nur empfehlen. Während ich am Anfang die Übungen noch zu leicht fand, waren sie am Ende des Kurses aber genau richtig, da ich ab der 24. Woche zum ersten Mal meinen Bauch als etwas im Weg empfand. Zudem lernt man andere Schwangere kennen und kann sich austauschen. Zusätzlich mache ich zuhause weiter Yoga.

 

25. Schwangerschaftswoche

Generell wird empfohlen in der Schwangerschaft nicht mit anstrengendem Sport zu beginnen, den man vorher noch nicht gemacht hat. Wer vorher regelmäßig gejoggt ist, kann das auch in der Schwangerschaft weiter tun, nun aber damit anzufangen ist keine gute Idee. Stattdessen sollte man lieber Spazieren gehen. Da ich ja ziemlich zentral wohne, laufe ich sowieso überall zu Fuß hin. So kamen am Tag schnell 10 Kilometer zusammen. Inzwischen würde ich so viel definitiv nicht mehr schaffen, aber im zweiten Trimester hatte ich einen ziemlichen Energieschub und hab mich gerne bewegt, weswegen ich auch Lust auf Sport hatte. Ich fahre weiterhin mit dem Rad, allerdings habe ich mein Rennrad gegen mein altes Hollandrad eingetauscht, da ich dort aufrecht sitzen kann und es den Bauch nicht eindrückt.

Seit der 27. Woche bin ich außerdem bei einem Aquafitness Kurs für Schwangere und überlege jetzt schon für Juli noch einen zu buchen. Die Kurse machen Spaß, man bewegt sich viel, durch das Wasser hat man aber weniger Gewicht zu tragen. Gerade jetzt wo es warm ist, tut schwimmen einfach gut.

28. Schwangerschaftswoche

Auch wenn ich momentan merke, dass Bauch und Baby ordentlich wachsen und ich etwas unbeweglicher werde, da der Bauch immer mehr im Weg ist, fühle ich mich trotzdem noch ziemlich fit. Ich mache momentan zwei Yogakurse und einen Aquafitness Kurs, bis zur 37. Woche werde ich auch zumindest einen Yogakurs weiter besuchen.

Durch den Sport fühle ich mich körperlich auch eher den Herausforderungen einer Geburt gewachsen, da diese körperlich doch einiges von einem abverlangt. Studien zeigen zudem dass Frauen, die in der Schwangerschaft sportlich aktiv waren, weniger Schmerzmittel brauchen oder einen Dammschnitt benötigen. Natürlich ist Sport keine Garantie dafür, aber zumindest fühle ich mich vorbereiteter.